Hurra, der Starke Mann ist zurück?

Endlich wieder ein Artikel über Männerfußball

von | veröffentlicht am 04.07 2024

Fußball – Der Sport, der wie kaum ein anderer für das Patriarchat steht. Grölende Männerhorden werden als essentielle Stadionatmosphäre empfunden, MeToo-Skandale sind keine Seltenheit, ebenso wenig wie Täterschutz und Schuldverschiebung. Gleichzeitig ist die Berichterstattung im Fußball emotional und durch Boulevardjournalismus geprägt – ein Ort für wirkmächtige Narrative. Eines davon scheint gerade seine Renaissance zu feiern: Der Starke Mann. Was soll das? Und warum ausgerechnet jetzt?

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Als wären wir der Gegenwart entrückt

Die Ausstellung "Der andere Picasso" im Kunstmuseum Moritzburg

von | veröffentlicht am 07.04 2023

„Der andere Picasso: zurück zu den Ursprüngen“ heißt die aktuelle Sonderausstellung in der Moritzburg. Doch warum braucht es einen anderen Picasso? Die Ausstellung zeigt Keramiken und Grafiken, die bislang wenig Beachtung in Picassos Schaffen gefunden haben. Statt jedoch nur anderen Medien in seinem Werk Aufmerksamkeit zu schenken, wäre ein tatsächlich anderer Picasso wesentlich dringlicher gewesen, bei dem die problematische Verknüpfung von Werk und Leben im Rahmen einer zeitgemäßen Ausstellungspolitik kontextualisiert wird.

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„Kämpfe verbinden – Patriarchat überwinden“

Demonstration zum Feministischen Kampftag

von | veröffentlicht am 18.03 2023

Am 8. März versammelten sich über 500 Menschen anlässlich des Feministischen Kampftages zu einer Demonstration durch Halle, zu der das „Feministische Bündnis 8. März Halle“ aufgerufen hatte. Mit verschiedenen Redebeiträgen und Musik zogen die Demonstrant*innen vom Steintor zum Riebeckplatz, über den Boulevard zum Leipziger Turm und schließlich über den Joliot-Curie-Platz zum August-Bebel-Platz, wo die Abschlusskundgebung mit einer Küche für Alle endete.

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32, feministisch, lesbisch, mit unerfülltem Kinderwunsch – Teil 1

Ich wollte meinen besten Freund als Samenspender

von und | veröffentlicht am 29.06 2022

Kindermagnet wurde ich früher genannt. Schon im Grundschulalter war ich immer am Start, wenn kleine Kinder von Freund*innen meiner Eltern zu Besuch waren. Ich spielte mit ihnen, kümmerte mich und wollte vielleicht auch einfach mal ‚die Große` sein. Als Schwester von zwei powervollen älteren Schwestern, die allein durch ihre Präsenz in meiner Wahrnehmung schon gut und gern den Raum erfüllt haben. Ich liebe und bewundere meine Schwestern, ich konnte durch ihre Anwesenheit sowohl Orientierung finden als auch Autonomiekämpfe kämpfen. Unsere Mutter hat sehr jung ihre erste Tochter bekommen und sorgte sich, dass ich einen ähnlichen Weg gehen würde. Ihre Worte 'Warte mindestens bis du 18 Jahre alt bist' sind mir noch deutlich im Ohr. Darüber muss ich aus heutiger Sicht – 32 und mit unerfülltem Kinderwunsch – schmunzeln. Ich frage mich auch, wie diese frühe Prägung mein Rollenbild der Frau - als die Fürsorgliche, die 'Care-Arbeiterin’ – verfestigt hat. Dankbar bin ich für meine feministische Entwicklung, die sowohl dieses eindimensionale Bild von Frauen, als Care-Arbeiter*innen in Frage stellt, als auch die Abwertung dieser Arbeit aufhebt. Meine Mutter hat vier Kinder, alleine in der Hauptsorge, ins und durchs Leben begleitet. Dabei lebten wir in privilegierten Verhältnissen und die finanzielle Versorgung für unsere Familie war mitunter durch Alimente meines Vaters gesichert. So musste meine Mutter neben der Vollzeitcarearbeit nicht auch noch Lohnarbeiten gehen.

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„Raise your Voice against TERFs“

Demonstration gegen Trans*feindlichkeit in der linken Szene in Halle

von | veröffentlicht am 20.04 2022

Am 14. April zog eine feministische Demonstration gegen Trans*feindlichkeit in der linken Szene durch Halle, zu der das „Radikale FLINTA+ Kollektiv Ost“ aufgerufen hatte.

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Studentische Cancel Culture?

Zur Debatte um den Auflösungsantrag gegen den AK Antifa

von | veröffentlicht am 22.03 2022

Am 15. November 2021 beriet der Studierendenrat (StuRa) der Universität Halle über einen gemeinsam eingebrachten Antrag der Offenen Linken Liste, der Grünen Hochschulgruppe und der Juso-Hochschulgruppe zur Auflösung des StuRa-Arbeitskreises Antifaschismus (AK Antifa). Seitdem konnte man vor allem viele Solidaritätsbekundungen gegenüber dem AK Antifa sowie Kritik am Antrag der drei StuRa-Listen vernehmen. Eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen des Auflösungsantrags blieb jedoch weitestgehend aus. Wenngleich die Einbringung des Antrags bereits ein paar Monate zurück liegt, hat das Thema an Aktualität doch nichts verloren. Über den Antrag wurde noch nicht abgestimmt und die Gründe für Kritik am AK Antifa bestehen nach wie vor.

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