„Irgendwo müssen wir halt anfangen“

Allein in Sachsen-Anhalt lassen sich sieben Apotheken finden, die das M-Wort in ihrem Namen tragen

von | veröffentlicht am 21.03 2021

Es gibt hierzulande zahlreiche Referenzen im öffentlichen Raum, die an kolonialrassistische Weltbilder und Klischees anknüpfen. Allein in Sachsen-Anhalt lassen sich sieben Apotheken finden, die das M-Wort als rassistische Fremdbezeichnung Schwarzer Menschen in ihrem Namen tragen. Darüber hinaus nutzen auch andere Einrichtungen solcherlei rassistische Bezeichnungen. Im Jahr 2020 gründetet sich ein Bündnis, das diesem Zustand ein Ende setzen und das Thema in der Breite einbringen möchte. Wir haben mit Noemi und Steffi vom „Bündnis M-Wort abschaffen“ gesprochen.

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Erinnern stören – weil es anders nicht geht

Ein Sammelband entwirft anhand jüdischer und migrantischer Perspektiven ein mosaikgleiches Gegenbild des Erinnerns.

von | veröffentlicht am 07.02 2021

Das Erinnern, insbesondere das Gedenken in Deutschland, ist eng verknüpft mit einer deutsch, weiß, christlich, mitunter patriarchalisch und von großem Pathos geprägten Narration. Aber es gab und gibt immer wieder marginalisierte Erzählungen und widerständige Positionen des Erinnerns, die dagegen halten. Sie stören das deutsche „Gedenk- und Gedächtnistheater“(1), das ewige Lied vom „Wende-Einheitsmärchen“ oder die formalen „Wiedergutmachensperformances“. Sie stören das alles, weil sie stören müssen, weil es nicht anders geht, um einem tatsächlichen Erinnern näher zu kommen.

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Zivilcourage gegen Rechts – Täter-Opfer-Umkehr vor Gericht

Prozess zu rechtem Angriff in der Straßenbahn

von | veröffentlicht am 29.12 2020

Nur eine Woche nach dem rechten Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle beweisen drei junge Frauen Zivilcourage: sie greifen ein, als ein Mann in der Straßenbahn rassistische Beleidigungen äußert und den „Hitlergruß“ zeigt. Ein Jahr danach wird der Vorfall am Landgericht Halle verhandelt. Im November 2020 ging der Prozess schließlich mit einem Freispruch für den Angeklagten zu Ende.

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„Mutlos, harmlos und extrem entpolitisierend“

Zur Urteilsverkündung im Prozess gegen den Attentäter von Halle

von | veröffentlicht am 23.12 2020

Vor zwei Tagen wurde das Urteil im Prozess gegen den Attentäter von Halle verkündet. Nachdem Aftax I. und İsmet Tekin zu Beginn des Prozesses nicht als Nebenkläger zugelassen waren, hat das Urteil ihnen auch heute unrecht getan. Das Gericht hat ihnen verwehrt, dass der Angriff auf sie als Mordversuch gewertet wird. Ein Beitrag zum Call for Papers: Wie weiter „nach Halle“?

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Zeichen der Solidarität

Der Zusammenhalt unter den Betroffenen des Anschlags ist ein Lichtblick in der aktuellen politischen Gemengelage

von | veröffentlicht am 09.10 2020

Heute jährt sich der rechtsterroristische Anschlag in Halle, bei dem zwei Menschen getötet und mehrere Personen verletzt wurden. Im Vorfeld fanden vor Ort zwei Kundgebungen statt, bei denen den Opfern des Anschlags gedacht wurde und Überlebende zu Wort kamen.

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Verdacht auf rechte Symbolik und Machtmissbrauch

Umfassende Aufklärung in der Ausländerbehörde im Saalekreis nötig

von | veröffentlicht am 25.09 2020

Dem ehemaligen Amtsleiter einer kommunalen Behörde im Saalekreis wird das Verwenden rechtsextremer Symbolik vorgeworfen. Nun muss geklärt werden, inwiefern dieser in seiner Position Geflüchtete systematisch benachteiligt hat. Dafür braucht es Druck aus der Zivilgesellschaft.

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Schweigen durchbrechen, schweigend gedenken

Aktivist*innen gedenken Getöteten in Merseburg

von | veröffentlicht am 24.08 2020

Am 12. August 2020 kamen solidarische Menschen in Merseburg zusammen, um Raúl Garcia Paret und Delfin Guerra zu gedenken, die dort am gleichen Tage vor 41 Jahren zu Tode gehetzt wurden und in der Saale ertranken. Unter dem Motto „41 Jahre Schweigen sind genug! – Den Opfern rassistischer Gewalt ein Denkmal bauen!“ hatte die „Initiative 12.August“ aufgerufen, das Andenken an die Tat und die Getöteten in die Stadt zu tragen und dort zu verankern.

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„Warum Adriano?“

Ein Überblick über die Aktivitäten zum Tag der Erinnerung 2020

von | veröffentlicht am 09.06 2020

Vor 20 Jahren wurde der Freund, Kollege, Ehemann und Vater Alberto Adriano im Dessauer Stadtpark von drei Jugendlichen aus der ostdeutschen Naziszene ermordet, die sich zuvor zufällig am Bahnhof getroffen hatten. Wir dokumentieren mit diesem Beitrag das, was zum Tag der Erinnerung in diesem Jahr ansteht.

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