HaSi bleibt!

Filmvorführung „Der zweite Anschlag“ mit Gespräch

von | veröffentlicht am 11.06 2019

Starts in 2 Days, 19 Hours

20. Juni 2019 19:00 - 20:45

Zazie Halle

Kleine Ulrichstraße 22, 06108 Halle (Saale)

Veranstaltung in Kooperation mit Mobile Opferberatung

Im Anschluss an den Film wird es ein Gespräch mit Regisseurin Mala Reinhardt geben.

DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen rassistischer Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phương Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde.

Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phương, Ibrahim und Osman eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen, die ähnliches erlebt haben.

DER ZWEITE ANSCHLAG führt ihre und weitere Geschichten in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.

Eintritt: 6,50€ / ermäßigt 5,50€ (wer das nicht zahlen kann, kann gerne im Vorhinein auf uns zukommen)

Infos zum Film:
Der zweite Anschlag
BRD 2018, Dok, 62 min,
Regie: Mala Reinhardt
Sprache: Deutsch, Türkisch mit deutschen Untertiteln

HOME

Diese Veranstaltung ist Teil der Kampagne „Die doppelte Mauer – Rassismus von DDR bis heute“. „Die doppelte Mauer“ bezeichnet, neben der Grenzmauer zwischen West- und Ostdeutschland, die Erfahrung des Abgeschottetseins von Migrant*innen und PoCs in der Gesellschaft der ehemaligen DDR. Die Kampagne möchte diese Erfahrungen und das daraus resultierende Wissen um gesellschaftliche Machtverhältnisse 2019, im Jahr des 30. Wendejubiläums, sichtbar machen und als Erzählungen über DDR und die (Nach-)Wendezeit etablieren. Sie möchte die Kontinuitäten von strukturellem sowie personellem Rassismus und Neonazismus seit Gründung der DDR bis zu aktuellen Verhältnissen aufzeigen. Die Kampagne wird koordiniert von der „Initiative 12. August – Gedenken an Delfin Guerra und Raúl Garcia Paret“ initiative12august.wordpress.com