PATRIARCHAT

"Was bleibt übrig?" Themenblock #1

In dieser Kategorie versammeln sich Texte, die patriarchale Strukturen entlarven, ihnen auf die Schliche kommen und sie infrage stellen. Autor*innen spüren den alltäglichen wie systemischen Ausdrucksformen des Patriarchats nach und loten Räume für Widerstand und Veränderung aus.

Bauchig ist das B

Charlotte Wächter

In ihrem Gedicht erzählt Charlotte Wächter von den stillen, oft unsichtbaren Seiten von Mutterschaft: Verlust, Erinnerung und das Weitertragen ungeborener Leben. Ausgehend vom Buchstaben B entfaltet sich ein poetischer Versuch, die Sprache der Trauer und der Stärke einer Mutter zu fassen. Ein Text über das, was bleibt, wenn der erste Atemzug fehlt.

CN: Tod, Fehlgeburt

ohne titel (lieber mann als bär)

Vanessa Hartmann

In ihrer atmosphärischen Kurzprosa setzt sich Vanessa Hartmann mit Obsession, Kontrollverlust und dem Überschreiten persönlicher Grenzen auseinander. Ein Mann versteckt sich heimlich in der Wohnung einer Frau – getrieben von Verlangen, Scham und dem Wunsch, unbemerkt zu entkommen. Für wen ist es am Ende zu spät?

CN: Stalking, Gewalt

Boys will be boys

Jordan Hirsch

“Mädchen werden Frauen, Männer bleiben das, was sie schon immer waren.“
Dieses Ungleichgewicht stellt Jordan Hirsch in schonungsloser Drastik dar. Während das lyrische Ich die eigene Entwicklung nachzeichnet, wird von Männern erzählt, die sich eben jener Entwicklung verweigern. Dabei wird deutlich, dass “boys will be boys” keine reine Beschreibung von Männlichkeit ist, sondern vor allem eine Entschuldigung für jede noch so verwerfliche Grenzüberschreitung: “Er ist doch nur ein Junge. Er tut doch nichts, Er will nur spielen.”

CN: Sexualisierte Gewalt, Catcalling

Tiertage

Sigune Schnabel

Bildgewaltig beschreibt Sigune Schnabel ein Gefühl. Ein Gefühl, das sicher viele kennen und das mit dem Patriarchat eng verbunden ist. Doch Gefühle beschreiben ist schwer, denn sie müssen gefühlt werden. Genau das schafft Sigune Schnabel mit ihrer Lyrik – Ein Gefühl mit Worten erlebbar zu machen und dadurch die Beobachtung zu ermöglichen.

Was es heißt eine Frau zu sein

Norah Paternoga

Ein kraftvoller Text über das Aufwachsen als Frau in einer patriarchalen Welt.
Zwischen Kindheitserinnerungen, Alltagssexismus und Gewalt entfaltet sich ein schonungsloser Blick.
Wütend, verletzlich und poetisch zugleich – ein Text, der nicht schweigt, sondern anklagt.

CN: Sexualisierte Gewalt


Titelbild: Dani Luiz

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