Kinder- und Jugendarbeit vor dem Aus

Breites Bündnis demonstriert gegen prekäre Lage im Stadthaushalt

Die Schließung zahlreicher Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit in Halle steht unmittelbar bevor. Grund ist die andauernde Haushaltsdebatte in der Stadt. Für Mittwoch ruft der Stadtjugendring zum Protest auf.

Eigentlich galt die städtische Finanzierung der freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Kulturarbeit in Halle nach langem Warten als gesichert. Doch das Landesverwaltungsamt hat den Haushalt für 2026 aufgrund eines Defizits von rund 150 Millionen Euro als nicht genehmigungsfähig eingestuft. Im Stadtrat wird weiter über die Haushaltssituation debattiert und Entscheidungen werden regelmäßig verschoben. Die Folge der fehlenden Mittel und ausbleibenden Zahlungen: Viele Einrichtungen und Projekte der Jugendhilfe müssen schließen und Mitarbeitende werden entlassen. Betroffen sind unter anderem Congrav (Halle rollt, Trendsportring, tumult), die Grüne Villa, das Familienzentrum Blauer Elefant, der Waldorfjugendtreff sowie das Kinder- und Jugendradio bei Radio CORAX. Besonders für kleine Projekte, die zu einem Großteil von der städtischen Förderung abhängen, ist die Lage dramatisch.

Aus diesem Grund mobilisiert der Stadtjugendring Halle für Mittwoch, den 25. Februar 2026 um 13 Uhr zu einer Demonstration auf dem Marktplatz. Konkreter Anlass ist die Sitzung des Stadtrates um 14 Uhr, auf der über den Haushalt entschieden werden könnte. Stadträte sollen auf dem Weg zur Sitzung mit den Folgen ihrer Politik konfrontiert werden.

Auch das Bündnis Halle Gegen Rechts unterstützt die freien Träger und ruft zur Teilnahme an der Kundgebung auf. In einer Pressemitteilung wird auch die Relevanz freier Jugendarbeit als Gegengewicht zur zunehmenden Radikalisierung rechter Jugendgruppen in der Stadt betont.

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