Antifaschistische Überraschung für Von Storch & Co.
Spontanprotest gegen Wahlkampfveranstaltung der AfD
Nachdem es bereits am Dienstagnachmittag antifaschistischen Protest gegen eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Landes-AfD mit Ulrich Sigmund an der Ulrichskirche gab, fand ab etwa 17:30 Uhr eine Spontandemonstration gegen eine AfD-Veranstaltung im Restaurant „Zum Kleeblatt“ in Halle-Neustadt statt. Dabei handelte es sich um einen Diskussionsabend zum Thema „Christen in der AfD“.
Neben der ehemaligen Bundessprecherin Beatrix von Storch waren unter anderem der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Alexander Raue, Udo Nistripke und der Pfarrer Martin Michaelis vor Ort. Letzterer kandidierte 2024 parteilos für die AfD im Quedlinburger Stadtrat, woraufhin die Evangelische Kirche Mitteldeutschland ihm die Beauftragung im Pfarrbereich Gatersleben entzog und ein Disziplinarverfahren einleitete.
Etwa 50 Antifaschist*innen demonstrierten gegen das Treffen, das zuvor nicht öffentlich angekündigt wurde. Mit dabei waren unter anderem Vertreter*innen des Bündnisses „AfD Verbot jetzt“ und der Partei „Die Linke“.

Nachdem es zu Beginn keinerlei Polizeipräsenz vor Ort gab (lediglich einen Block weiter standen mehrere Autos, die aber scheinbar unwissend über die Anreise der Antifaschist*innen blieben), rief ein Securityangestellter kurz vor 18 Uhr die Polizei, die daraufhin mit drei Polizeiautos anrückte und die Demo zunächst vor dem Tor des Restaurants duldete.
Gegen 18:15 räumte die Staatsmacht nach der Verkündigung einer gleichlautenden Auflage das Tor durch leichtes Drücken und Schubsen der Teilnehmenden frei. Hierbei veränderten die Beamt*innen mehrfach nach eigenem Ermessen den legalen Aufenthaltsbereich der Demonstrant*innen, was zu lautstarken verbalen Auseinandersetzungen führte. Ein Demonstrant entschuldigte sich später bei einer Beamtin für seine Eskalation, nachdem diese sich entschuldigte, weil sie auf ein Transparent getreten war.

Als Beatrix von Storch gegen 18:30 Uhr eintraf, wurde sie von lautstarken Sprechchören wie „Faschisten raus!“ begleitet. Auch andere AfD-Mitglieder wurden von Sprechchören wie „Jesus Christus hasst die AfD!“, „Nie, nie, nie wieder Faschismus!“ und Alerta, Alerta, Antifaschista!“ begleitet. Außerdem wurden Bibelzitate verlesen. Das rechte politische Vorfeld war unterdessen nicht präsent.
Der Protest dauerte bis nach 19:30 Uhr an. Die Polizei zog sich unterdessen zurück und verweilte in nur noch einem Auto. Geplantes Ende der AfD Veranstaltung war gegen 20:30 Uhr.

