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Klimastreik in Halle – Unigebäude besetzt

Bundesweite Proteste zu Fridays for Future erwartet - Unis in Leipzig und Halle werden bestreikt

von | veröffentlicht am 24.05 2019

© Transit

Kurz vor der Europawahl gehen heute wieder auf dem gesamten Kontinent unzählige Schüler*innen auf die Straße um sich dem globalen Klimastreik anzuschließen. In Halle besetzten Studierende ein Gebäude der Universität.


  1. In Deutschland finden heute wieder flächendeckend Proteste statt, darunter auch in Halle, wo es ab 12 Uhr am Hallmarkt losgehen soll. Und die Schüler*innen sind schon längst nicht mehr alleine. Sie werden von Wissenschaftler*innen, Eltern, Pädagog*innen und Studierenden unterstützt. Und letztere greifen auch heute wieder aktiv ins Geschehen ein. Während in Leipzig auf dem Hauptcampus der Universität 11.30 Uhr mit dem Streikprogramm begonnen wird, waren in Halle heute schon in aller Früh die ersten Aktivist*innen im Einsatz.

Bereits gegen 7 Uhr hat die studentische Bewegung „Students for Future“ mit dem Melanchthonianum auf dem Universitätsplatz ein zentrales Lehrgebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg besetzt, so heißt es in einer Pressemitteilung und so sieht es aktuell dort auch aus.

Ziel der Besetzung sei, so die Protestierenden, eine Solidarisierung mit den europaweiten „Fridays for Future“- Protesten sowie eine Kritik an der universitärer Lehre und Haltung im öffentlichen Diskurs. In einem Forderungspapier heißt es unter anderem, man werde „streiken und besetzen bis sich etwas ändert“. Gemeinsame Ziele mit den Schüler*innen sehe die Gruppe vor allem in der Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels sowie im schnellen Kohleausstieg.

In einem weiteren Punkt fordern die Studierenden eine klare Kritik am ökonomischen Ist-Zustand. Besonders den Widerspruch zwischen der Vorstellung eines grenzenlos möglichen Wachstums und den objektiven planetaren Grenzen stellen die Besetzer*innnen heraus.

In einer letzten Forderung wenden sich die Student*innen direkt an die Hochschule und apellieren an die Verantwortlichen, ihren Bildungsauftrag wie auch ihre Rolle im gesellschaftlichen Diskurs ernst zu nehmen. Die Uni müsse sich klar zu klimapolitischen Fragen positionieren. Außerdem prangerte die Gruppe das enorme Defizit bezüglich klimarelevanter Themen in der universitären Lehre an. Um all dies zu erreichen und Druck auf die Uni auszuüben, sei es notwendig den universitären Normalbetrieb zu stören.

Und sah es zunächst so aus, als dränge die Leitung der Universität auf eine rasche Räumung des besetzten Hörsaal- und Seminargebäudes, strebe sie nun nach eigenen Angaben auf ihrer Internetseite eine Verhandlungslösung an. Lehrveranstaltungen seien in dem Gebäude heute nicht mehr möglich.

Während im Mai also schon wieder der Sommer einkehrt, wird bundesweit darauf aufmerksam gemacht, dass uns weitere gravierende Klimaveränderungen drohen, die sich nur abwenden lassen, wenn Politik und Gesellschaft jetzt radikal reagieren. Kurz vor der Europawahl nimmt die Auseinandersetzung dazu noch einmal an Fahrt auf. Die Regierungskoalition im Bund, insbesondere die Union, musste dies bei YouTube im Wochenverlauf schon sehr schmerzhaft erfahren. Und heute ist der Protest wieder überall auf der Straße. Klima ist das politische Thema Nummer 1 in diesen Tagen.

 

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