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AfD 1:5 unterlegen

Wenig los bei AfD-Kundgebung - starker Gegenprotest

von | veröffentlicht am 23.05 2019

© Transit

Am 22. Mai wollte die AfD in Halle vor den anstehenden Wahlen Stärke zeigen. Doch daraus wurde nichts. Eine Zusammenfassung und Einschätzung.


Die Kundgebung der AfD am 22. Mai in Halle war für die Partei ein voller Misserfolg. Es kam nur ein Bruchteil der angemeldeten Leute. Keine Sprechchöre, kaum Stimmung. Reaktionen des Publikums erfolgten eigentlich nur zu Aktionen des Gegenprotests oder wenn Redner gegen diesen pöbelten.

An der Kundgebung nahmen zu einem Großteil ältere Leute, überwiegend Männer, auch viele sichtbar vom Leben in Armut Gezeichnete, teil. Dazu kamen einige Personen aus dem IB-Umfeld wie Jan Scharf und Christopher Lehmann, ein bisschen Hool-Spektrum, AfD-Funktionäre und übliche Verdächtige wie Sven Liebich und Sven Ebert.

Mit MdB Martin Reichardt startete gleich der „beste“ Redner, allerdings bereits im Brüllmodus, sodass eine Steigerung kaum noch möglich war. Danach sprach Alexander Raue, der aber offenbar zu langweilig und leise für das Publikum war. Montagsdemo-Dauerredner Donatus Schmidt hielt ein Plädoyer für Ethnopluralismus und konnte als Kandidat für den Stadtrat wenig zu städtischen Themen mitteilen. Danach kam noch MdL Mario Lehmann, der schwer zu verstehen war, da er relativ schnell und wenig akzentuiert sprach. Der Sound war allgemein recht unsauber und leise. Mehrfach riefen Leute „lauter!“.

Das häufigste Thema war der Politische Gegner und dessen fehlende Vaterlandsliebe, danach Migranten, die kriminell seien und zu Unrecht Sozialleistungen bekämen, sowie die angebliche Manipulation durch Medien. Ein Redner schloss daraus die Konsequenz: „Wir (also die AfD, Anm. Transit) machen die Arbeit der Medien.“

Fazit: Auf der Straße hat die AfD in Halle derzeit kaum Mobilisierungspotential und macht eher den Eindruck einer etwas größeren Montagsdemo. Das liegt sicher auch an den weiterhin sehr stabilen Protesten vom Bündnis Halle gegen Rechts und seinem Umfeld, deren Mobilisierungspotential in den letzten Jahren weiterhin gestiegen ist. Wenn mal eben 500 Leuten gegen eine mehr oder weniger belanglose AfD-Kundgebung mobilisiert werden können, dann ist das eine große Steigerung gegenüber Zeiten, als die Zahl der „üblichen Verdächtigen“ eher bei 200-300 lag. So haben sich in letzter Zeit viele neue Einzelpersonen und Gruppen in Halle in emanzipatorische Kämpfe eingeschaltet, sei es gegen Nazis im Viertel, gegen die Zerstörung der Umwelt oder für den Feminismus. In der Ablehnung der AfD treffen sich all diese Anliegen und das bringt Leute und damit Hoffnung auf die Straße. Danke an alle Beteiligten!

Der Beitrag gibt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.

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