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Über das wohl berühmteste Werk eines Bauhäuslers

Was das Logo der Antifaschistischen Aktion mit dem Bauhaus zu tun hat

von | veröffentlicht am 10.04 2019

© gemeinfrei

Wer hätte das gewusst? Das weltweit bekannte Logo der Antifaschistischen Aktion mit der roten und der schwarzen Flagge im schwarzen Ring soll zu den berühmtesten Werken eines Bauhaus-Vertreters zählen. Wie das? Das zeigt der folgende kurze Text.


Während Walter Gropius das Bauhaus nach außen hin als unpolitisch darstellen wollte, gab es insbesondere in der Studierendenschaft durchaus politische AktivistInnen. Es gab sozialdemokratische, anarchosyndikalistische und kommunistische StudentInnen, die sich innerhalb der Studierendenschaft organisierten. Zu ihnen gehörte der Gestalter Max Gebhard. Er kam 1926 ans Dessauer Bauhaus, um Typografie und Reklame zu studieren, und arbeitete in der Bauhaus-Werkstatt für Wandmalerei. Max Gebhard wurde Mitglied der Kommunistischen Studentenfraktion (kurz KoStuFra), war außerdem Mitglied in der KPD, der Roten Hilfe und der Internationalen Arbeiterhilfe. Er nahm an Demonstrationen und Aktionen gegen die Nazis teil und unterstützte durch grafische Arbeiten die Dessauer KPD.

Als sich Gebhard 1928 sein Studium in Dessau nicht mehr leisten konnte, wurde er in Berlin vom Bauhausmeister László Moholy-Nagy als Assistent angestellt. In Berlin fertigte er auch Arbeiten für die Piscator-Bühne und begann für den Agitprop-Apparat der KPD zu arbeiten, wo er unter anderem auch mit John Heartfield zusammenarbeitete. Unter Regie von Max Keilson entwarf Gebhard im Jahr 1932 das Signet der Antifaschistischen Aktion – einer Kampagne der KPD. Er war insbesondere für die Schriftgestaltung verantwortlich und übernahm wahrscheinlich auch die Reinzeichnung.

Schon damals verbreitete sich das Logo in ganz Deutschland, Österreich und auch in den USA. Die Besorgten Bauhäusler schreiben: „Bis heute gibt es unzählige Abwandlungen des ursprünglichen Logos. Es ist mittlerweile weltweit zu finden und gehört mit all seinen Variationen zu den bekanntesten politischen Zeichen. Das Logo der Antifaschistischen Aktion ist somit wohl das berühmteste Werk eines Bauhäuslers.“ Im Nationalsozialismus führte Gebhard ein unauffälliges Leben – dass er seine Arbeiten selten eindeutig signierte hatte, stellte sich als glücklicher Umstand heraus. In der DDR hielt er Kontakt zu anderen ehemaligen Bauhäuslern und bemühte sich um eine Rehabilitation des Bauhauses.


Bauhaus und Gegenwart

100 Jahre Bauhaus – schon wieder ein Jubiläum. Dass eine Sache bereits 100 Jahre alt ist, sagt nichts darüber aus, ob diese Sache gut oder schlecht ist. Unsere Ausgabe macht deshalb klar: Das bloße Lob würde dem Bauhaus nicht gerecht werden. Es war selbst kontrovers, und innerhalb dieser Kontroverse versuchen die Beiträge der aktuellen Programmzeitung von Radio Corax Position zu beziehen.

Der Beitrag gibt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.

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