HaSi bleibt!

Hier entsteht…

Fahrrad-Rallye macht auf Leerstand in Halle aufmerksam

von | veröffentlicht am 04.06 2018

© Hannah Weber


Am Sonntag Nachmittag fuhren mehrere Gruppen mit Rädern durch die Stadt, um auf den Wohnungsleerstand in Halle aufmerksam zu machen. „Ziel der Aktion war es, den Widerspruch von steigenden Mieten einerseits und einer Leerstandsquote von 11,4% andererseits aufzuzeigen“, schreiben die Veranstalter*innen der Interventionistischen Linken Halle. Mit Sprühkreide und Infozetteln markierten sie leerstehende Gebäude in der nördlichen und südlichen Innenstadt sowie in Halle-Neustadt.

Die Fahrrad-Rallye, die im Rahmen der Aktionswoche des soziokulturellen Zentrums Hasi stattfand, stieß bei Passant*innen vorwiegend auf Zustimmung. Immer mehr Menschen seien von steigenden Mieten betroffen.“Dieser Umstand ist einer Wohnpolitik geschuldet, die sich an ökonomischen Interessen und nicht der Teilhabe aller orientiert.“ Massiver Rückbau in Großraumsiedlungen, Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände und die Aufwertung zentraler Stadtteile führten dazu, dass „Mieter*innen und soziale Freiräume, wie die Hasi, aus dem Stadtkern verdrängt werden“.

Die Veranstalter*innen fordern daher eine Vergesellschaftung von Wohnraum jenseits von Profitinteressen. „Die Bewohnenden sollen selbst über ihren Wohnraum bestimmen können. Das kann in Form von Hausprojekten wie dem Mietshaus-Syndikat oder Besetzungen entstehen. Um die strukturelle Wohnungskrise zu überwinden, braucht es allerdings umfassende Veränderungen: Wohnraum muss dem Markt entzogen werden.“ „Hier entsteht: basisdemokratisch, selbstverwalteter Wohnraum“ ist auf den Fassaden leerstehender Häuser zu lesen. Dafür braucht es konkrete Projekte. An Objekten mangelt es hierfür, das hat die Aktion gezeigt, sicherlich nicht.